Mietwagen ohne Kreditkarte und Kaution
Du kommst am Flughafen an, steuerst direkt auf den Mietwagenschalter zu – und dann der Schock: Die Kreditkarte liegt gemütlich zu Hause im Safe. Herzrasen? Klar, erst mal schon.
Im Klartext: aber hey, totale Panik muss nicht sein. Es gibt tatsächlich ein paar Möglichkeiten, ein Auto zu bekommen, ohne dass eine Kreditkarte oder fette Kaution im Spiel ist. Nur: Die Auswahl ist echt überschaubar und meistens hängen ein paar Haken dran.
Bei den großen Namen – Sixt, Europcar, Hertz, Avis und so weiter – kannst du dir das fast abschminken. Das Entscheidende ist: die verlangen in den allermeisten Fällen eine Kreditkarte.
Und zwar nicht nur zur Sicherheit oder als Identifikation, nein, die blockieren tatsächlich eine richtig saftige Summe als Kaution. Ohne geht bei denen in 95 von 100 Fällen einfach nichts. Da beißen die Hunde nicht.
Aber es gibt Hoffnung – vor allem bei den kleineren, oft regionalen Vermietern. In Städten wie Berlin, Hamburg, München oder auch Köln und Frankfurt stolpert man immer mal wieder über Anbieter, die mit einer normalen EC-Karte (bzw. Girocard) plus Personalausweis glücklich sind.
Kaution? Entweder komplett Fehlanzeige oder maximal 100 bis 200 Euro in bar. Tatsächlich, und das Beste: Wenn du das Auto sauber und ohne neue Kratzer zurückgibst, kriegst du das Geld sofort wieder ausgehändigt.
Praktisch läuft das oft so: Du suchst bei Check24, Mietwagen.de oder billiger-mietwagen.de und stellst den Filter bewusst auf „ohne Kreditkarte erforderlich“. Plötzlich poppen Angebote von kleineren Ketten, Partner-Garagen oder sogar Sharing-Anbietern wie Miles auf. Der Kniff bei den meisten?
Sie bauen eine ziemlich umfassende Vollkasko mit mini-malem Selbstbehalt ein. Dadurch entfällt die klassische Kaution. Klar, das kostet dich dann meist 8 bis 15 Euro pro Tag extra – aber du umgehst komplett den Kreditkarten-Zirkus.
Letzten Sommer hatte ein guter Kumpel genau das Problem: Musste ganz spontan nach Köln, hatte nur die Girocard dabei. Über eine der großen Vergleichsseiten hat er dann einen kleinen Anbieter direkt am Hauptbahnhof gefunden. Ergebnis? 200 Euro bar auf den Tresen, Schlüssel in die Hand und los.
Bei Rückgabe – Auto sauber, keine neuen Macken – hat der Typ das Geld sofort zurückgegeben. War am Ende super easy. Aber er hat vorher wirklich dreimal telefoniert und alles ganz genau abgeklärt. Ohne die Anrufe wäre er wahrscheinlich wieder abgewiesen worden.
Der wichtigste Tipp, den dir kaum jemand verrät: Ruf vorher an! Einfach nur „ohne Kaution“ in die Anfrage-Mail zu tippen und dann zu hoffen, bringt meist gar nichts. Am Telefon merkst du in zwei Minuten, ob die wirklich flexibel sind oder ob das nur hübsches Marketing-Gequatsche war.
Frag am besten direkt und konkret: „Nehmt ihr auch EC-Karte? Wie hoch ist die Kaution bar? Muss ich irgendwas unterschreiben, dass ich für Schäden geradestehe?“ So kommst du schnell zur Wahrheit.
Übrigens: Wenn du Angebote unter 20 Euro pro Tag siehst, Finger weg – da wollen fast immer alle eine Kreditkarte als Sicherheit. Wer ernsthaft ohne Kaution und ohne Kreditkarte unterwegs sein will, muss realistisch mit 35 bis 55 Euro pro Tag rechnen. Dafür bekommst du oft ein deutlich besseres Auto und vor allem viel weniger Stress und Diskussionen.
Kleiner Warnschuss zum Schluss: Bei manchen dieser „lockeren“ Anbieter schummeln sie dir am Schalter noch schnell eine Zusatzversicherung rein, die du gar nicht haben wolltest. Deshalb: Auch wenn du schon genervt bist, Handy in der Hand und schnell wegwillst – lies den Mietvertrag trotzdem durch. Sonst zahlst du am Ende 150-200 Euro für eine überflüssige Super-Vollkasko und ärgerst dich noch wochenlang darüber.
🏠 Mietwagen vs. Mietwohnung
Beim Auto ist die Kaution oft optional oder durch Versicherungen ersetzbar. Bei einer Wohnung sieht das Gesetz (§ 551 BGB) jedoch strikte Regeln vor. Wissen Sie, wie Sie Ihre Wohnungskaution rechtssicher zurückfordern?
🔗 Zum Gratis-Musterbrief für die WohnungFazit: Ein Auto ohne Kreditkarte und ohne Kaution zu mieten ist machbar – aber es geht nicht von selbst. Wenn man genau hinschaut, du brauchst etwas Vorlauf, ein paar Telefonate und die Bereitschaft, ein paar Euro mehr hinzulegen.
Das Entscheidende ist: wenn du das einplanst und clever suchst, klappt es meistens. Und vor allem: Du ersparst dir dieses fiese Bauchgefühl, dass plötzlich 1.500 Euro auf der Karte eingefroren sind.
Während man beim Mietwagen oft flexibel ohne Kaution buchen kann, sieht es bei der Mietwohnung ganz anders aus – dort ist die Kaution gesetzlich fest verankert (§ 551 BGB).
Jürgens Profi-Tipp: Wenn du im Ausland (z. B. Spanien oder Italien) ohne Kaution mieten willst, such nach dem „No Deposit“-Filter bei Sunny Cars. Es ist zwar etwas teurer, erspart dir aber den Stress mit blockierten Beträgen auf deiner Karte!
Anbietervergleich: Wer bietet „No Deposit“ an?
Wenn du dir schon sicher bist, dass du weder Kreditkarte noch Kaution hinterlegen willst, wird’s jetzt erst richtig interessant: Welche Vermieter machen da eigentlich mit?
Die nüchterne Wahrheit vorweg: Die Auswahl ist immer noch ziemlich begrenzt – aber sie wächst wenigstens. Vor drei, vier Jahren warst du quasi auf der Suche nach dem Einhorn. Mittlerweile gibt’s echte Alternativen, vor allem bei den kleineren oder spezialisierten Anbietern.
Sixt zum Beispiel hat in den letzten Monaten bei manchen Stationen richtig auf „Zero Deposit“ gesetzt – allerdings fast ausschließlich dann, wenn du eine deutsche EC-/Debitkarte mit PIN dabeihast und obendrein eine richtig saubere Schufa vorweisen kannst. Klingt schon ein bisschen nach Hürdenlauf?
Ist es auch. Ehrlich gesagt, die meisten scheitern da leider schon im Vorfeld.
Deutlich entspannter läuft es bei Sunny Cars. Ehrlich gesagt, die arbeiten schon länger mit Partnern zusammen, bei denen du tatsächlich ohne Kaution wegkommst – und das oft sogar mit ganz normaler EC-Karte.
Der kleine Pferdefuß: Du zahlst meist 15 bis 30 Prozent mehr als beim billigsten Angebot der ganz Großen. Dafür entfällt aber der ganze nervige Schalter-Stress komplett.
Noch konsequenter machen es die Vergleichsportale mietwagen-check.de und billiger-mietwagen.de. Die haben nämlich extra einen Filter „ohne Kaution“.
Klickst du den an, poppen fast immer dieselben zwei Namen ganz oben auf: Rhodium und Goldcar (die gehören ja sowieso zusammen). Besonders an spanischen und italienischen Flughäfen kannst du da mit normaler Bankkarte fahren, ohne dass irgendwas blockiert wird – solange du das „Full-to-Full plus“-Paket oder ein ähnliches Rundum-sorglos-Paket mitbuchst.
Ein echter Geheimtipp gerade für Deutschland und Österreich ist momentan Enterprise. Bei vielen ihrer Stadtstationen (Flughäfen sind meist außen vor) haben die die Kaution auf 0 € runtergesetzt, wenn du vorher online bezahlst und eine gültige deutsche Debitkarte vorzeigst. Ich kenne Leute, die genau so problemlos in München oder Wien losgefahren sind.
Aber Vorsicht ist trotzdem geboten: Es gibt einen feinen, aber wichtigen Unterschied zwischen „keine Kaution hinterlegen“ und „keine Kreditkarten-Blockierung“. Manche Vermieter verzichten zwar auf die Einzahlung, blockieren aber trotzdem locker 200-500 € auf deiner Karte als mögliche Schadensdeckung. Deshalb: Den Mietvertrag wirklich genau lesen, bevor du unterschreibst – am besten schon zu Hause in Ruhe.
Wer richtig schlau vorgehen will, wirft auch mal einen Blick auf die jungen Direkt-Anbieter: SHARE NOW oder Miles sind zwar keine klassischen Mietwagenfirmen, aber für ein paar Tage in der Stadt reicht das Auto-Sharing völlig aus – und Kaution? Gibt’s schlicht nicht. App auf, einsteigen, los.
Für den typischen Urlaubs-Mietwagen bleiben aber realistisch gesehen zwei vernünftige Wege: Entweder du zahlst bei Sunny Cars den Aufpreis und hast danach deine Ruhe, oder du suchst gezielt nach Rhodium- und Goldcar-Angeboten über die großen Portale und nimmst in Kauf, dass der Service manchmal etwas ruppig sein kann.
Persönlich halte ich es so: Wenn du nur einmal im Jahr mietest und der Urlaub wirklich zählt, dann lieber den teureren „No Deposit“-Tarif nehmen. Bist du aber mehrmals im Jahr unterwegs, lohnt sich die Extraausgabe von 20-40 € pro Woche fast immer – dieser innere Frieden ist Gold wert.
Und ja, es gibt nach wie vor Stationen, bei denen letztlich der Mitarbeiter vor Ort entscheidet. In der Praxis, da hilft meist nur eins: höflich bleiben, den ausgedruckten Vertrag mit dem „ohne Kaution“-Hinweis gut sichtbar vorlegen und nicht sofort klein beigeben. Erstaunlich oft klappt das besser, als man denkt.
Vor- und Nachteile von Angeboten ohne Kaution
Du hast also die Anbieter gefunden, die wirklich ohne Kaution und oft sogar ohne Kreditkarte vermieten. Jetzt stellt sich die entscheidende Frage: Ist das eigentlich ein guter Deal oder kaufst du dir damit am Ende nur Ärger ein? Das Entscheidende ist: lass uns das mal ehrlich durchgehen – ohne Schönfärberei.
Der größte Pluspunkt liegt auf der Hand: Du buchst entspannt, ohne dass dir beim Check-in das Herz in die Hose rutscht. Kein panisches Kartenlimit prüfen, kein nervöses Rechnen, ob die Kaution noch aufs Konto passt. Gerade wenn du mit kleinem Budget unterwegs bist oder spontan losfährst, fühlt sich auto mieten ohne Kaution wie eine echte Befreiung an.
Viele Leute sparen sich dadurch auch richtig Geld. Ehrlich gesagt, manche „normalen“ Vermieter blockieren locker 1.000-2.000 € – und das oft zwei Wochen lang.
Das ist bei einem knappen Konto ein echter Schlag. Ohne Kaution bleibt dein Geld bei dir, du kannst es für Benzin, Essen oder den einen extra Abend in der Strandbar ausgeben.
Aber jetzt kommt der Haken, und der sitzt tief. In der Praxis, die Anbieter ohne Kaution verdienen ihr Geld ja irgendwo anders.
Meistens liegt der Mietpreis deutlich höher – manchmal 30-50 % mehr als beim Billiganbieter nebenan. Du zahlst also im Voraus den möglichen Schaden mit, auch wenn du gar nichts kaputt machst.
Stell dir vor, du fährst einen nagelneuen Kleinwagen für 12 Tage und zahlst dafür 480 € statt der üblichen 320 €. Am Ende ist alles heil – super.
Aber genau diese 160 € Differenz waren quasi deine „versteckte Kaution“. Wenn man genau hinschaut, nur dass du sie nie wiedersiehst, egal wie vorsichtig du fährst.
Noch unangenehmer wird’s, wenn doch mal was passiert. Das Entscheidende ist: bei normalen Vermietern mit Kaution prüfen sie erst den Schaden und ziehen dann nur den echten Betrag ab.
Bei No-Deposit-Anbietern hast du oft schon alles bezahlt – und jetzt fängt das Theater an: Sie schicken dir nachträglich eine saftige Rechnung für Lackkratzer, Reifen oder Innenraumschäden. Und du hast kaum Verhandlungsmasse.
Ich kenne jemanden, der in Spanien einen Seitenspiegel touchiert hat – 380 € Nachzahlung. Beim normalen Vermieter wären vielleicht 180 € abgezogen worden, weil er sofort Fotos gemacht und den Schaden protokolliert hatte.
Hier war die Rechnung fix und die Diskussion kurz. Das hat wehgetan.
Ein weiterer Nachteil: Der Versicherungsschutz ist oft schlechter. Vollkasko mit 1.000 € Selbstbeteiligung statt 500 €, Glas- und Reifenschutz fehlt komplett, manchmal sogar Diebstahlschutz nur eingeschränkt. Ehrlich gesagt, du denkst „super, keine Kaution“, und merkst erst später, dass du bei jedem kleinen Stein im Reifen selbst bluten musst.
Trotzdem gibt’s Situationen, in denen auto mieten ohne Kaution die klügste Wahl ist. Im Klartext: wenn du nur drei Tage brauchst, wenig fährst und das Auto sowieso nur vom Flughafen in die Stadt und zurück steuerst – dann wiegen die paar Euro extra oft nicht so schwer wie der Stress mit der Kaution. Oder wenn du schlicht keine Kreditkarte hast und nicht zwei Wochen lang Geld blockieren lassen willst.
Street-smart-Tipp aus der Praxis: Schau dir immer den Gesamtpreis inklusive aller Zusatzversicherungen an. Nicht den Basispreis.
Und lies die Schadensregelung ganz genau – vor allem, was als „verschuldet“ gilt und wie schnell sie Geld nachfordern dürfen. Manche Anbieter haben da richtig fiese Klauseln versteckt.
Am Ende ist es eine klassische Abwägung: Willst du jetzt entspannt einsteigen und später vielleicht draufzahlen – oder lieber vorher zittern und am Schluss Geld zurückbekommen? Beides hat seinen Preis. Welcher für dich passt, hängt davon ab, wie risikofreudig du bist und wie voll dein Konto gerade ist.
⚠️ Vorsicht vor Doppel-Versicherung!
Oft buchen Sie online ein „Rundum-Sorglos-Paket“ ohne Kaution, und am Schalter will man Ihnen eine „Super-Cover“ aufschwatzen. Bleiben Sie hart: Wer ohne Kaution gebucht hat, ist meist schon voll abgesichert. Lassen Sie sich nicht doppelt zur Kasse bitten!
Kann man wirklich überall ein Auto ohne Kreditkarte mieten?
Nein, bei den großen Ketten wie Sixt, Hertz oder Europcar klappt das in den meisten Fällen nicht. Die blockieren fast immer eine hohe Summe auf der Kreditkarte – ohne geht bei denen selten etwas. Deine Chance liegt fast ausschließlich bei kleineren, regionalen Anbietern oder speziellen Partnern.
Reicht die EC-Karte (Girocard) wirklich aus?
Bei manchen kleineren Vermietern ja – vor allem in Großstädten. Oft verlangen sie zusätzlich Personalausweis und manchmal 100–300 Euro Kaution in bar. Aber: Das klappt nicht automatisch bei jedem „kleinen“ Anbieter, deswegen vorher anrufen und genau nachfragen.
Warum ist die Kaution bei manchen Anbietern trotzdem so niedrig oder gar nicht da?
Viele dieser Anbieter packen einfach eine sehr gute Vollkasko mit winzigem Selbstbehalt direkt in den Preis. Dadurch brauchen sie keine hohe Kaution mehr zur Absicherung. Das macht den Mietpreis meist 8–15 Euro pro Tag teurer, aber du sparst dir den Kreditkarten-Stress und oft auch Diskussionen bei der Rückgabe.
Muss ich wirklich vorher anrufen oder reicht die Filter-Suche?
Der Filter „ohne Kreditkarte“ auf Check24 & Co. ist ein super erster Schritt – aber oft reicht er nicht. Viele Angebote klingen erstmal gut, am Schalter kommt dann doch die Überraschung. Wer sicher gehen will, ruft 1–2 Tage vorher an und fragt konkret nach EC-Karte, Kautionshöhe und Bedingungen.
Sind die billigen Angebote unter 25 Euro/Tag ohne Kaution echt?
Fast nie. Wenn der Preis extrem niedrig ist, verlangen die Anbieter in der Regel doch eine Kreditkarte zur Sicherheit. Realistisch liegen die Preise ohne Kreditkarte und ohne/für wenig Kaution meist zwischen 35 und 55 Euro pro Tag – dafür ist der Stresslevel aber deutlich geringer.
Was passiert, wenn ich am Schalter doch noch eine Zusatzversicherung aufgedrängt bekomme?
Das ist leider Klassiker bei manchen „lockeren“ Anbietern. Sie versuchen, dir schnell noch eine teure Super-Vollkasko oder Pannenhilfe reinzudrücken. Tipp: Auch wenn du genervt bist – Vertrag immer komplett durchlesen, bevor du unterschreibst. Sonst zahlst du hinterher 100–200 Euro für etwas, das du gar nicht wolltest.
Rechtlicher Hinweis: Die hier bereitgestellten Informationen dienen der allgemeinen Information und stellen keine Rechtsberatung dar. Trotz sorgfältiger Prüfung übernimmt der Autor keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Inhalte. Im Einzelfall wird empfohlen, einen qualifizierten Rechtsanwalt oder Mieterverein zu konsultieren.